Stelle für Steuerfachangestellte seit Monaten nicht besetzt: Was können wir ändern?
Wenn eine Stelle für Steuerfachangestellte seit acht Monaten offen ist, liegt es selten am Gehalt allein. Meist erreicht die Anzeige nur die wenigen, die gerade aktiv suchen, sie klingt wie alle anderen, und die Bewerbung ist zu aufwendig. Drei Dinge ändern das am schnellsten: Die Stelle dort zeigen, wo wechselbereite Fachkräfte ohnehin sind, also auf Instagram und Facebook, konkrete Vorteile nennen statt Floskeln und eine Bewerbung in 60 Sekunden ohne Anschreiben ermöglichen. Mit diesem Vorgehen kamen für die Kanzlei CURATOR in vier Monaten 54 Bewerbungen und vier Einstellungen.

Sie sind nicht allein
Acht Monate ohne Besetzung sind in der Steuerberatung keine Ausnahme. Laut der STAX-Erhebung der Bundessteuerberaterkammer (Daten für 2023) konnten nur 23,2 % der Kanzleien alle offenen Stellen besetzen. Am schwersten zu finden sind Steuerfachangestellte, und als häufigsten Grund nennen die Kanzleien zu wenige oder keine passenden Bewerbungen. Mehr Zahlen dazu stehen im Artikel Fachkräftemangel in der Steuerberatung.
Die gute Nachricht: Kanzleien, die ihr Vorgehen ändern, besetzen solche Stellen trotzdem. Dafür lohnt ein ehrlicher Blick auf die eigene Suche.
Selbstcheck: Sieben Gründe, warum die Stelle offen bleibt
| Frage | Wenn Nein |
|---|---|
| Erreicht die Anzeige auch Fachkräfte, die gerade nicht suchen? | Sie konkurrieren um die wenigen aktiv Suchenden |
| Stehen in der Anzeige konkrete Vorteile mit Zahlen? | Ihre Anzeige klingt wie die anderen dreißig |
| Steht eine Gehaltsspanne drin? | Viele klicken gar nicht erst |
| Kann man sich ohne Anschreiben und Lebenslauf bewerben? | Wer abends am Handy liest, bricht ab |
| Rufen Sie innerhalb eines Werktags zurück? | Gute Kandidaten sind dann schon bei der nächsten Kanzlei |
| Zeigen Website und Anzeige Ihr echtes Team? | Bewerber können sich die Kanzlei nicht vorstellen |
| Kommen auch Teilzeit, Quereinstieg oder Wiedereinstieg infrage? | Sie suchen in einem unnötig kleinen Kreis |
Drei oder mehr Neins erklären meist, warum seit Monaten nichts passiert.
Was Sie ändern können
1. Dorthin gehen, wo die Fachkräfte sind
Laut EY Jobstudie 2025 sucht etwa ein Viertel der Beschäftigten aktiv oder gelegentlich. Ein weiteres Drittel wäre bei einem passenden Angebot offen, schaut aber nicht auf Stellenbörsen. Diese Menschen erreichen Sie mit Anzeigen auf Instagram und Facebook, gezielt im Umkreis Ihrer Kanzlei.
2. Konkret werden
Statt „flexible Arbeitszeiten und ein tolles Team“: drei Tage Homeoffice, 31,5 Urlaubstage, Gehalt von bis, Fortbildung zum Steuerfachwirt bezahlt. Beispiele für gute Formulierungen stehen in Stellenanzeige für Steuerfachangestellte.
3. Bewerben in 60 Sekunden
Ein paar Fragen per Klick: abgeschlossene Ausbildung, Berufserfahrung, DATEV-Kenntnisse, gewünschter Start, Telefonnummer. Unterlagen kommen im ersten Gespräch.
4. Den Kreis erweitern
- Teilzeit für Eltern, die nach der Elternzeit zurückwollen
- Quereinsteiger aus der Buchhaltung von Unternehmen
- Auszubildende, die in drei Jahren Ihre Fachkräfte sind, siehe Azubis für die Steuerkanzlei finden
5. Schnell und persönlich reagieren
Ein kurzer Anruf am selben oder nächsten Werktag, zehn Minuten, dann ein Termin. Wer wechselwillig ist, hat oft mehrere Gespräche gleichzeitig.
Was in echten Kampagnen funktioniert hat
| Kanzlei | Ergebnis |
|---|---|
| CURATOR Steuerberatung, Bergisch Gladbach | 54 qualifizierte Bewerbungen in vier Monaten, drei Steuerfachangestellte und eine Auszubildende eingestellt, rund 96 € Werbebudget pro Bewerbung |
| Renz & Collegen, Dresden | Nach zwei Monaten zwei Fachkräfte eingestellt, Kampagne vorzeitig beendet und ein halbes Jahr später erneut gebucht |
Beide Kanzleien zeigen in den Anzeigen ihr echtes Team, bei CURATOR die Geschäftsführung, bei Renz & Collegen die Mitarbeitenden in kurzen Reels. Die Details stehen in den Projekten CURATOR und Renz & Collegen.
Was es kostet
Für Social Recruiting fallen drei Posten an, jeweils zzgl. MwSt.: Einrichtung ab 1.999 €, Betreuung ab 499 € im Monat, Werbebudget rund 1.000 € im Monat, das direkt an Meta geht. Die Betreuung ist monatlich kündbar. Eine echte Abrechnung zeigt Was kostet Social Recruiting für Steuerberater?.
Zum Vergleich: Eine Stelle, die acht Monate offen bleibt, kostet Überstunden im Team, abgelehnte Mandate und im schlimmsten Fall die nächste Kündigung. Den ganzen Leitfaden lesen Sie unter Steuerfachangestellte finden. Marketing Juwel aus Berlin betreut Kanzleien in ganz Deutschland, per Video und ohne Vor-Ort-Termin.
Häufige Fragen
Warum bekommen wir keine Bewerbungen auf unsere Stelle als Steuerfachangestellte?
Meist, weil die Anzeige nur aktiv Suchende erreicht und das ist ein kleiner Teil der Fachkräfte. Dazu kommen austauschbare Texte und ein Bewerbungsweg mit Anschreiben und Lebenslauf. Die meisten passenden Kandidaten arbeiten gerade in einer anderen Kanzlei und schauen gar nicht auf Stellenbörsen.
Sollen wir das Gehalt erhöhen?
Prüfen Sie, ob Ihr Angebot marktüblich ist, und nennen Sie eine Spanne in der Anzeige. Oft wirken konkrete Vorteile wie Homeoffice-Tage, eine Vier-Tage-Woche oder feste Fortbildungen genauso stark wie ein paar hundert Euro mehr.
Wie schnell kann Social Recruiting eine Stelle besetzen?
Bei Renz & Collegen in Dresden waren nach zwei Monaten zwei Fachkräfte eingestellt, bei CURATOR in Bergisch Gladbach nach vier Monaten drei Steuerfachangestellte und eine Auszubildende. Eine Garantie gibt es nicht, aber die ersten Bewerbungen kommen meist in den ersten Tagen.
Was kostet Social Recruiting für eine Kanzlei?
Bei uns: Einrichtung ab 1.999 €, Betreuung ab 499 € im Monat, Werbebudget rund 1.000 € im Monat, jeweils zzgl. MwSt. und monatlich kündbar. Bei CURATOR lag das Werbebudget bei rund 96 € pro Bewerbung.
Quellen
- NWB: Umfrageergebnisse von STAX 2024 (Bundessteuerberaterkammer)
- EY Jobstudie 2025: Karriere und Wechselbereitschaft
Abgerufen im Oktober 2026.
