Mitarbeiter finden: 9 Wege, die 2026 funktionieren
Mitarbeiter finden Sie 2026 am ehesten dort, wo Fachkräfte ohnehin Zeit verbringen, und mit einer Bewerbung, die keine Hürde ist. Laut DIHK können 36 Prozent der Betriebe offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen. Stellenbörsen erreichen nur Menschen, die gerade suchen. Wer auch die anspricht, die einen Job haben und offen für einen besseren wären, hat die größere Auswahl.

Warum es schwerer geworden ist
Drei Zahlen erklären die Lage besser als jede Schlagzeile:
- 36 Prozent der Unternehmen können offene Stellen zumindest teilweise nicht besetzen, weil geeignetes Personal fehlt (DIHK-Fachkräftereport 2025/2026, fast 22.000 befragte Betriebe).
- 138 Tage blieb eine gemeldete Stelle 2023 im Schnitt unbesetzt (Bundesagentur für Arbeit, zitiert nach StepStone).
- 33 Prozent der Beschäftigten suchen nicht, wären aber interessiert, wenn eine passende Alternative auftaucht (EY Jobstudie 2025).
Die dritte Zahl ist die wichtigste. Sie zeigt, dass es die Leute gibt. Sie lesen nur keine Stellenanzeigen.
Die 9 Wege im Überblick
Einordnung aus unserer Arbeit mit mittelständischen Betrieben. Kosten ohne eigene Arbeitszeit.
| Weg | Erreicht | Kosten | Passt, wenn |
|---|---|---|---|
| 1. Empfehlungen aus dem Team | Bekannte Ihrer Mitarbeiter | Prämie | das Team zufrieden ist |
| 2. Karriereseite | Besucher Ihrer Website | einmalig | Sie schon bekannt sind |
| 3. Stellenbörsen | aktiv Suchende | Festpreis je Anzeige | viele Leute den Beruf suchen |
| 4. Agentur für Arbeit | Arbeitsuchende | keine | Helfer und Quereinsteiger gefragt sind |
| 5. Social Recruiting | auch Nicht-Suchende | Setup, Betreuung, Budget | Fachkräfte knapp sind |
| 6. Google-Anzeigen für Jobs | aktiv Suchende | pro Klick | nach der Stelle gesucht wird |
| 7. Ausbildung | Schulabgänger | Ausbildungskosten | Sie langfristig planen |
| 8. Ehemalige und Initiativbewerber | bekannte Kontakte | keine | Sie Kontakte pflegen |
| 9. Personalvermittler | handverlesene Kandidaten | Anteil vom Jahresgehalt | die Stelle sehr speziell ist |
1. Empfehlungen aus dem Team
Der günstigste Weg und oft der mit der besten Trefferquote. Wer einen Bekannten empfiehlt, kennt Betrieb und Person. Legen Sie eine feste Prämie fest und zahlen Sie sie nach der Probezeit. Grenze: Der Bekanntenkreis ist irgendwann ausgeschöpft.
2. Die eigene Karriereseite
Jeder Interessent schaut früher oder später auf Ihre Website. Dort braucht es eine Seite, die in einer Minute drei Fragen beantwortet: Was mache ich bei Ihnen, was bekomme ich dafür, und wie bewerbe ich mich? Ein kurzes Formular schlägt die Aufforderung, eine Mappe per E-Mail zu schicken. Mehr dazu unter Websites und Branding.
3. Stellenbörsen
Stellenbörsen funktionieren, wenn viele Menschen aktiv nach genau diesem Beruf suchen, etwa in Großstädten bei gängigen Bürotätigkeiten. Bei knappen Fachkräften stehen Sie dort als eine Zeile unter vielen ähnlichen und zahlen den vollen Preis, auch wenn sich niemand meldet.
4. Agentur für Arbeit
Kostenlos und für Helfertätigkeiten sowie Quereinsteiger einen Versuch wert. Für gesuchte Fachkräfte ist die Auswahl gering, weil diese selten arbeitslos gemeldet sind.
5. Social Recruiting
Anzeigen auf Instagram und Facebook erscheinen bei Menschen mit passendem Beruf in Ihrer Region, auch wenn sie gerade nicht suchen. Der Klick führt auf eine kurze Bewerbungsstrecke mit ein paar Fragen, ohne Lebenslauf. Über unsere Bewerbungsstrecken kamen so seit 2023 insgesamt 1.696 Bewerbungen, bei der CURATOR Steuerberatung 54 Bewerbungen und vier Einstellungen in vier Monaten. Wie das im Einzelnen abläuft, steht im Artikel Social Recruiting Schritt für Schritt. Wie das in einer Branche konkret aussieht, zeigt unsere Seite Social Recruiting für Steuerberater.
Grenze: Sie brauchen ein Werbebudget und jemanden, der Bewerber zügig zurückruft. Wer drei Tage wartet, verliert die meisten.
6. Google-Anzeigen für Stellen
Wer „Elektriker Job Berlin“ sucht, will wechseln. Eine Anzeige in der Google-Suche kann solche Suchen direkt auf Ihre Stellenseite lenken. Das Suchvolumen ist meist klein, die Absicht dafür hoch.
7. Ausbildung
Kein schneller Weg, aber der verlässlichste. Auch Azubis erreichen Sie heute eher über kurze Videos mit dem eigenen Team als über die Schulbroschüre. Siehe Arbeitgebermarke mit Social Media.
8. Ehemalige und Initiativbewerber
Führen Sie eine einfache Liste: gute Bewerber, die knapp nicht passten, Ehemalige, Praktikanten. Ein Anruf bei diesen Kontakten kostet nichts und ist oft der schnellste Treffer.
9. Personalvermittler
Für sehr spezielle Positionen sinnvoll. Die Vergütung ist in der Regel ein Anteil vom Jahresgehalt und wird bei Erfolg fällig. Klären Sie vorher, was passiert, wenn die Person in der Probezeit geht.
Welcher Weg passt zu Ihnen?
- Viele suchen den Beruf aktiv: Stellenbörse plus saubere Karriereseite.
- Fachkräfte sind knapp: Empfehlungen plus Social Recruiting.
- Sie brauchen in zwei Jahren Leute: Ausbildung und sichtbare Kanäle.
- Eine einzelne Schlüsselposition: Personalvermittler oder gezielte Direktansprache.
Rechnen Sie dabei mit, was die offene Stelle kostet. Auf unserer Seite zur Mitarbeitergewinnung können Sie das mit drei Angaben überschlagen.
Drei Fehler, die Bewerbungen kosten
- Floskeln statt Fakten. „Attraktive Vergütung“ sagt nichts. Ein Betrag, die Urlaubstage und die Arbeitszeit sagen alles.
- Zu hohe Hürden. Anschreiben, Upload, Pflichtfelder. Am Handy bricht dabei fast jeder ab.
- Zu späte Antwort. Wer sich abends bewirbt und nach einer Woche nichts gehört hat, hat längst woanders zugesagt.
Häufige Fragen
Wie finde ich schnell neue Mitarbeiter?
Am schnellsten geht es über Wege, die Sie selbst steuern: Empfehlungen aus dem Team und bezahlte Anzeigen auf Instagram und Facebook. Eine Kampagne startet bei uns rund zwei Wochen nach dem Erstgespräch.
Was kostet es, einen Mitarbeiter zu finden?
Das hängt vom Weg ab. Eine Stellenanzeige kostet einen festen Preis je Laufzeit, ein Personalvermittler meist einen Anteil vom Jahresgehalt. Bei Social Recruiting zahlen Sie Einrichtung, Betreuung und ein Werbebudget, bei uns ab 1.999 € Setup, ab 499 € im Monat und ab ca. 1.000 € Werbebudget im Monat.
Warum bekomme ich auf Stellenanzeigen keine Bewerbungen?
Weil dort nur Menschen suchen, die aktiv wechseln wollen. Laut EY Jobstudie 2025 sucht nur etwa ein Viertel der Beschäftigten aktiv oder gelegentlich, ein weiteres Drittel wäre bei einem passenden Angebot interessiert, schaut aber nicht auf Stellenbörsen.
Brauchen Bewerber noch einen Lebenslauf?
Für den ersten Kontakt nicht. Ein paar Fragen per Klick und eine Telefonnummer reichen. Unterlagen können Sie im Gespräch nachfordern, wenn beide Seiten Interesse haben.
Quellen
- DIHK-Fachkräftereport 2025/2026
- EY Jobstudie 2025: Karriere und Wechselbereitschaft
- StepStone: Vakanzkosten und Vakanzzeit
Abgerufen im Oktober 2026.
