Studie: Wie gut sind die Websites Berliner Handwerksbetriebe? 360 Seiten im Check
Wir haben am 17. Oktober 2026 die Websites von 360 Berliner Handwerksbetrieben und Kfz-Werkstätten automatisch geprüft. 54 davon (15 %) waren gar nicht erreichbar. Von den 293 erreichbaren Seiten erfüllen nur 38 % gleichzeitig drei Grundlagen: verschlüsselte Verbindung, Handy-Ansicht und eine Telefonnummer, die man mit einem Tipp anrufen kann. 61 % haben auf der Startseite keine klickbare Telefonnummer, nur 8 % liefern Google strukturierte Daten zum Betrieb.

Die Ergebnisse auf einen Blick
| Prüfpunkt | Erfüllt | Anteil |
|---|---|---|
| Website erreichbar | 293 von 360 | 81 % |
| Davon nachweislich defekt (Adresse existiert nicht, Fehlerseite, Zertifikatsfehler, Serverfehler) | 54 von 360 | 15 % |
| Verschlüsselte Verbindung (HTTPS) | 251 von 293 | 86 % |
| Handy-Ansicht (Viewport-Angabe) | 240 von 293 | 82 % |
| Klickbare Telefonnummer auf der Startseite | 113 von 293 | 39 % |
| Alle drei Grundlagen zusammen | 110 von 293 | 38 % |
| Weder klickbare Telefonnummer noch Formular auf der Startseite | 122 von 293 | 42 % |
| Ort oder Bezirk im Seitentitel | 131 von 293 | 45 % |
| Meta-Beschreibung für Google | 186 von 293 | 63 % |
| Strukturierte Daten zum Betrieb (LocalBusiness) | 24 von 293 | 8 % |
| Link zu Karriere, Jobs oder Ausbildung | 91 von 293 | 31 % |
| WhatsApp-Kontakt | 19 von 293 | 6 % |
Fast zwei Drittel der Berliner Handwerker-Websites verlieren Anrufe, weil man die Telefonnummer auf dem Handy nicht antippen kann. Wer vom Handy sucht, und das ist im Handwerk die Mehrheit, muss die Nummer abschreiben oder springt zum nächsten Treffer.
Kfz-Werkstätten und Bauhandwerk im Vergleich
| Prüfpunkt | Kfz-Werkstätten (94) | Bau- und Ausbauhandwerk (199) |
|---|---|---|
| HTTPS | 85 % | 86 % |
| Handy-Ansicht | 90 % | 78 % |
| Klickbare Telefonnummer | 41 % | 37 % |
| Ort im Seitentitel | 39 % | 47 % |
| Strukturierte Daten zum Betrieb | 7 % | 9 % |
| Link zu Karriere oder Jobs | 21 % | 36 % |
Kfz-Werkstätten sind beim Handy etwas weiter, das Bauhandwerk sucht auf der eigenen Website häufiger Mitarbeiter. Bei den Grundlagen für Anrufe und Google liegen beide Gruppen gleich schwach.
Womit die Websites gebaut sind
38 % der erreichbaren Seiten laufen mit WordPress, 12 % mit Baukästen wie Jimdo, Wix, IONOS oder Strato. Der Rest nutzt andere Systeme oder ließ sich nicht zuordnen. Von den 115 Seiten, die ein Copyright-Jahr zeigen, nennen 41 (36 %) ein Jahr bis 2022 oder früher. Das ist ein Hinweis darauf, dass die Seite länger nicht gepflegt wurde.
Was Handwerksbetriebe daraus lernen können
Die gute Nachricht: Die wichtigsten Lücken sind schnell geschlossen. Prüfen Sie Ihre Website am eigenen Handy:
- Telefonnummer antippen: Öffnet sich die Anruf-Funktion? Wenn nicht, fehlt ein Telefon-Link. Das ist eine Änderung von Minuten.
- Adresse mit https aufrufen: Erscheint eine Warnung, fehlt das SSL-Zertifikat. Bei den meisten Hostern ist es kostenlos.
- Ohne Zoomen lesen: Muss man zoomen, ist die Seite nicht für das Handy gebaut.
- Seitentitel prüfen: Steht Ihr Ort im Titel, den Google in den Suchergebnissen zeigt? 55 % der geprüften Seiten verschenken das.
- Strukturierte Daten: Name, Adresse, Telefon und Öffnungszeiten als LocalBusiness-Daten helfen Google und KI-Suchen, Ihren Betrieb richtig einzuordnen. Nur 8 % nutzen das.
Genau diese Punkte stecken in unserer Juwel-Formel, den fünf Bausteinen jeder Handwerker-Website, die wir bauen: Kontakt mit einem Tipp, eine Seite je Leistung, echte Bilder, Bewertungen und Referenzen, Bewerbung in einer Minute. Was sie kostet, sehen Sie im Website-Kosten-Rechner.
So sind wir vorgegangen
- Datengrundlage: alle Berliner Einträge in OpenStreetMap mit einer Handwerks-Kategorie (zum Beispiel Elektriker, Klempner, Heizung, Tischler, Maler, Dachdecker, Glaser) oder als Kfz-Werkstatt, die eine Website hinterlegt haben. Abruf am 17. Oktober 2026.
- Bereinigung: doppelte Domains, Verweise auf soziale Netzwerke und Branchenbücher sowie nicht handwerkliche Kategorien entfernt. Ergebnis: 360 Websites.
- Prüfung: ein automatischer Abruf der Startseite je Website, wie ihn auch ein Browser macht. Geprüft wurde der ausgelieferte HTML-Code.
- Defekt: nur eindeutige Fälle, also nicht existierende Adresse, Fehlerseite 404, Zertifikatsfehler, Zeitüberschreitung oder Serverfehler. Seiten, die automatische Abrufe blockieren, zählen nicht als defekt.
Grenzen der Studie
- Geprüft wurde nur die Startseite. Eine Telefonnummer auf der Kontaktseite zählt nicht, denn Kunden sollen sie ohne Suchen finden.
- Inhalte, die erst per JavaScript nachgeladen werden, erkennt die Prüfung teilweise nicht. Diese Inhalte sehen viele KI-Crawler allerdings ebenfalls nicht.
- OpenStreetMap enthält nicht alle Berliner Betriebe. Die Auswahl ist daher nicht repräsentativ für das gesamte Berliner Handwerk, zeigt aber den Stand bei 360 realen Websites.
Fazit
Fast jeder Handwerksbetrieb hat eine Website, laut Bitkom und ZDH sind es bundesweit 97 %. Unsere Prüfung zeigt aber: Bei vielen Berliner Betrieben fehlen die Grundlagen, die aus Besuchern Anrufe machen. Nur 38 % erfüllen gleichzeitig HTTPS, Handy-Ansicht und eine klickbare Telefonnummer, jede siebte hinterlegte Website ist gar nicht erreichbar. Wir wiederholen die Prüfung regelmäßig und aktualisieren diese Seite.
Häufige Fragen
Wie wurden die Betriebe für die Studie ausgewählt?
Grundlage sind alle Berliner Einträge in OpenStreetMap mit Handwerks-Kategorie oder als Kfz-Werkstatt und hinterlegter Website, abgerufen am 17. Oktober 2026. Doppelte Domains und Verweise auf Facebook oder Branchenbücher haben wir entfernt. So blieben 360 Websites.
Darf ich die Zahlen zitieren?
Ja, gern mit Quellenangabe und Link auf diese Seite. Für Rückfragen zur Methode erreichen Sie uns unter info@marketing-juwel.de.
Warum nennen Sie keine einzelnen Betriebe?
Es geht um den Stand der Branche, nicht darum, einzelne Betriebe vorzuführen. Wir veröffentlichen deshalb nur zusammengefasste Werte.
Quellen
- OpenStreetMap: Datengrundlage (© OpenStreetMap-Mitwirkende, ODbL)
- Bitkom und ZDH: Digitalisierungsstudie Handwerk 2022 (Handwerksblatt)
- Google Search Central: Strukturierte Daten für lokale Unternehmen
Abgerufen im Oktober 2026.
