Mitarbeitergewinnung

Pflegekräfte finden: So gewinnen Einrichtungen Personal

Kurz beantwortet

Pflegekräfte finden Einrichtungen heute nur, wenn sie um sie werben wie um Kunden. Die Arbeitslosenquote bei Pflegefachkräften liegt laut Bundesagentur für Arbeit bei 1,1 Prozent, wer wechseln will, hat die freie Wahl. Es gewinnen die Häuser, die in zwei Sekunden zeigen, was bei ihnen anders ist, und bei denen die Bewerbung am Handy eine Minute dauert.

Lukas WaldauGeschäftsführer, Recruiting und Ads
Aktualisiert am · 7 Min. Lesezeit

Die Lage am Pflege-Arbeitsmarkt

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die Situation in ihrem Bericht zu den Pflegeberufen so:

  • Die Arbeitslosenquote bei Pflegefachkräften liegt bei 1,1 Prozent.
  • Im Jahresschnitt 2025 waren rund 31.000 Stellen für Pflegekräfte gemeldet, kaum weniger als im Vorjahr, während die gemeldeten Stellen insgesamt deutlich zurückgingen.
  • 96 Prozent dieser Stellen richten sich an examinierte Fachkräfte oder Pflegeassistenz. Mehr als die Hälfte der arbeitslos Gemeldeten sucht dagegen eine Helfertätigkeit.

Wer eine Fachkraft sucht, findet sie also kaum unter den Arbeitsuchenden. Sie arbeitet bereits, oft in einem Haus in Ihrer Nähe.

Warum Stellenanzeigen ins Leere laufen

Eine Pflegefachkraft, die abends von der Schicht kommt, öffnet keine Stellenbörse. Sie ist nicht auf der Suche, auch wenn sie mit dem Dienstplan unzufrieden ist. Eine Stellenanzeige erreicht sie deshalb nie. Eine Anzeige im Feed von Instagram oder Facebook dagegen schon, wenn sie in zwei Sekunden einen Grund liefert, stehen zu bleiben.

Was in Pflege-Anzeigen wirkt

Zahlen statt Floskeln

Das Seniorenzentrum Haus Friedensort nennt das Gehalt direkt im Motiv, dazu 13. Gehalt, Jobrad und Sonderzahlungen. Konkrete Zahlen schlagen „attraktive Vergütung“. Über die Bewerbungsstrecke des Diakonenhauses Moritzburg kamen 69 Bewerbungen. Zum Projekt Haus Friedensort.

Das, was nur Sie bieten

Nettes Team und sicherer Arbeitsplatz steht überall. Im Seniorenpflegeheim Kleefelder sind Hunde im Team willkommen. Solche Details bleiben hängen und unterscheiden Sie vom Haus nebenan. Fragen Sie Ihr Team, warum es bei Ihnen arbeitet. Die Antworten sind meist bessere Werbung als jeder Slogan.

Ehrlich bleiben

Versprechen Sie nur, was im Dienstplan auch ankommt. Wer mit freien Wochenenden wirbt und sie dann nicht einhält, verliert die neue Kraft in der Probezeit und hat doppelte Arbeit.

Ausbildung mitdenken

Der Pflegepark Am kleinen Spreewald sucht in einer Anzeige Fachkräfte, Helfer und Auszubildende zugleich. So erreicht eine Kampagne drei Gruppen. Zum Projekt Pflegepark.

Bewerben in einer Minute

Die Hürde entscheidet. So sieht eine Bewerbungsstrecke aus, die am Handy funktioniert:

  • Schritt 1: Welche Stelle interessiert Sie? Fachkraft, Assistenz, Ausbildung.
  • Schritt 2: Welche Qualifikation haben Sie?
  • Schritt 3: Voll- oder Teilzeit, ab wann?
  • Schritt 4: Name und Telefonnummer.

Kein Anschreiben, kein Upload. Sie rufen zurück und klären den Rest im Gespräch.

Was nach der Bewerbung zählt

  • Am selben oder nächsten Tag anrufen. Pflegekräfte haben wenig Geduld mit langsamen Arbeitgebern, zu Recht.
  • Zu Zeiten anrufen, die zur Schicht passen. Fragen Sie in der Bewerbungsstrecke, wann Sie am besten erreichbar sind.
  • Probearbeiten leicht machen. Ein halber Tag zum Kennenlernen überzeugt mehr als zwei Vorstellungsgespräche.

Was es kostet und was eine offene Stelle kostet

Für Social Recruiting fallen Einrichtung, Betreuung und Werbebudget an. Bei uns beginnt das Setup bei 1.999 €, die Betreuung bei 499 € im Monat, das Werbebudget bei rund 1.000 € im Monat, zzgl. MwSt. und monatlich kündbar.

Dem steht gegenüber, was eine unbesetzte Stelle kostet: Leasingkräfte, Überstunden, Aufnahmestopps und ein Team, das die Lücke trägt. Laut DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 rechnen 55 Prozent der Betriebe mit Mehrbelastung der Belegschaft, wenn Fachkräfte fehlen. Mehr zum Vorgehen auf der Seite Pflege und Soziales.

Häufige Fragen

Wo finde ich Pflegefachkräfte?

Fast alle sind in Arbeit. Sie erreichen sie über Anzeigen auf Instagram und Facebook, die in Ihrer Region an Menschen aus Pflegeberufen ausgespielt werden, auch wenn diese gerade nicht suchen.

Was überzeugt Pflegekräfte zu wechseln?

Konkrete Angaben: Gehalt mit Betrag, Sonderzahlungen, verlässliche Dienstpläne, Jobrad und das, was nur Ihr Haus bietet. Floskeln wie „attraktive Vergütung“ überliest jeder.

Funktioniert Social Recruiting auch auf dem Land?

Ja. Der Pflegepark Am kleinen Spreewald in Wahrenbrück hat so zwei Pflegestellen besetzt. Auf dem Land ist die Reichweite kleiner, dafür gibt es weniger Konkurrenz um die Aufmerksamkeit.

Müssen Bewerber Unterlagen hochladen?

Nein. Ein paar Fragen per Klick und eine Telefonnummer reichen für den ersten Kontakt. Zeugnisse können Sie im Gespräch nachfordern.

Quellen

  1. Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarktsituation in Pflegeberufen
  2. DIHK-Fachkräftereport 2025/2026

Abgerufen im Oktober 2026.

Über den AutorLukas Waldau

Lukas Waldau ist Geschäftsführer von Marketing Juwel und betreut die Recruiting-Kampagnen der Kunden, von der Steuerkanzlei bis zur Baugruppe.

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