Google-Unternehmensprofil optimieren: Anleitung für Handwerksbetriebe
Wer bei Google nach „Elektriker“ oder „Dachdecker“ plus Ort sucht, sieht zuerst eine Karte mit drei Betrieben. In diese Kartenansicht kommt man nur über das kostenlose Google-Unternehmensprofil. Google nennt drei Faktoren für die Reihenfolge: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Relevanz und Bekanntheit können Sie beeinflussen, mit der richtigen Kategorie, vollständigen Angaben, echten Fotos, regelmäßigen Beiträgen und vor allem mit aktuellen Bewertungen.

Warum das Profil für Handwerker so wichtig ist
Wenn ein Rohr bricht oder die Heizung ausfällt, vergleicht kaum jemand zehn Websites. Man sucht „Notdienst Heizung“ plus Ort, schaut auf die Karte, sieht Sterne und ruft an. Für viele Handwerksbetriebe entscheidet die Kartenansicht über mehr Anrufe als jede andere Werbung. Und sie kostet nichts außer etwas Pflege.
Übrigens: Viele kennen das Profil noch als Google My Business. Seit 2021 heißt es Google-Unternehmensprofil, die Funktionen sind im Kern dieselben. Wer „Google My Business optimieren“ sucht, ist hier also richtig. Das Profil ist der Kern der lokalen Suchmaschinenoptimierung, kurz Local SEO, und entscheidet über Ihre Sichtbarkeit in Google Maps.
Die drei Faktoren, nach denen Google sortiert
Google beschreibt selbst, wovon die Reihenfolge in der lokalen Suche abhängt:
| Faktor | Bedeutung | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Relevanz | Passt Ihr Betrieb zur Suche? | Kategorie, Leistungen und Beschreibung genau angeben |
| Entfernung | Wie weit sind Sie vom Suchenden entfernt? | kaum beeinflussbar, Einzugsgebiet angeben |
| Bekanntheit | Wie bekannt und gut bewertet ist der Betrieb? | Bewertungen, Website, Erwähnungen im Netz |
Schritt für Schritt: das Google-Unternehmensprofil optimieren
Neun Schritte, die meisten davon einmalig. Für das erste Einrichten sollten Sie etwa eine Stunde einplanen.
1. Profil anlegen und verifizieren
Unter business.google.com legen Sie das Profil mit Ihrem Google-Konto an oder übernehmen ein bestehendes. Prüfen Sie vorher in Google Maps, ob es Ihren Betrieb schon gibt, sonst entstehen doppelte Einträge. Danach bestätigt Google per Postkarte, Telefon, E-Mail oder Video, dass der Betrieb wirklich Ihnen gehört. Erst nach der Verifizierung erscheinen Ihre Änderungen.
2. Die richtige Hauptkategorie wählen
Die Hauptkategorie ist der wichtigste Einzelwert. Wählen Sie die genaueste, die es gibt: „Elektroinstallateur“ statt „Elektriker“, „Dachdeckerei“ statt „Bauunternehmen“, „Sanitärinstallateur“ oder „Heizungsinstallateur“. Weitere passende Kategorien kommen als Zusatz dazu.
3. Name, Adresse, Telefon einheitlich halten
Der Firmenname steht so im Profil, wie er auch auf dem Firmenschild und im Impressum steht. Keine zusätzlichen Suchbegriffe, das verstößt gegen die Richtlinien. Adresse und Telefonnummer sollten auf Website, Profil und in Verzeichnissen exakt gleich geschrieben sein. Fachleute nennen das NAP-Daten, nach Name, Address, Phone.
4. Leistungen, Beschreibung und Einzugsgebiet eintragen
Tragen Sie jede Leistung einzeln ein, zum Beispiel Badsanierung, Wärmepumpe, Wallbox, Dachrinnenreinigung. Als Einzugsgebiet geben Sie die Orte und Stadtteile an, in denen Sie wirklich arbeiten. In die Unternehmensbeschreibung gehören in wenigen Sätzen Gewerk, Leistungen, Region und was Ihren Betrieb ausmacht, zum Beispiel Meisterbetrieb seit 1958 oder 24-Stunden-Notdienst, wenn es stimmt.
5. Echte Fotos und Videos hochladen
Team, Fahrzeuge, Werkstatt, fertige Arbeiten. Echte Fotos schaffen Vertrauen und zeigen Google, dass der Betrieb aktiv ist. Laden Sie regelmäßig neue hoch, zum Beispiel nach jedem größeren Projekt.
6. Website verlinken, und zwar die richtige Seite
Verlinken Sie Ihre Website. Bei mehreren Standorten verlinkt jedes Profil auf die Seite des jeweiligen Standorts. Die Website sollte auf dem Handy schnell laden und Anruf-Button, Leistungen und Referenzen sofort zeigen, sonst verlieren Sie den Interessenten nach dem Klick. Wie eine gute Seite aufgebaut ist, zeigt unsere Seite Website für Handwerker.
7. Beiträge posten
Über „Beitrag hinzufügen“ können Sie Neuigkeiten, Angebote und Projekte zeigen. Ein Foto vom fertigen Bad mit zwei Sätzen genügt. Einmal pro Woche oder alle zwei Wochen reicht.
8. Fragen, Attribute und Öffnungszeiten pflegen
Beantworten Sie häufige Fragen selbst, etwa zu Notdienst, Einzugsgebiet oder Terminvorlauf. So stehen die richtigen Antworten direkt im Profil. Unter Attribute markieren Sie zum Beispiel barrierefreien Zugang oder Termine nach Vereinbarung. Und halten Sie die Öffnungszeiten aktuell, vor allem an Feiertagen und in den Betriebsferien.
9. Statistiken auswerten
Im Profil sehen Sie, wie oft Ihr Eintrag angezeigt wurde, wie viele Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks daraus entstanden und über welche Suchanfragen Kunden Sie finden. Ein Blick im Monat genügt, um zu sehen, ob Fotos, Beiträge und Bewertungen wirken.
Mehr Google-Bewertungen bekommen
Bewertungen sind für Handwerker der wichtigste Hebel bei der Bekanntheit. Entscheidend sind Anzahl, Durchschnitt und wie aktuell sie sind. Fünf Bewertungen von 2019 überzeugen weniger als zwanzig aus dem letzten Jahr.
So bekommen Sie mehr Google-Bewertungen, ohne gegen die Regeln zu verstoßen:
- Direkt nach der Abnahme fragen, wenn der Kunde zufrieden ist und sich freut.
- Den Weg kurz machen: Im Profil finden Sie einen Link zum Bewerten. Schicken Sie ihn per WhatsApp oder SMS, nicht per Brief.
- Das ganze Team einbinden: Der Monteur vor Ort hat den besten Moment zum Fragen.
- Auf jede Bewertung antworten, auch auf kritische, sachlich und freundlich.
- Keine Belohnungen für Bewertungen anbieten und keine Bewertungen kaufen. Beides ist nach den Google-Richtlinien verboten und kann zur Löschung führen.
Die häufigsten Fehler
- Ort oder Leistung im Firmennamen, um besser gefunden zu werden
- Falsche oder veraltete Öffnungszeiten, besonders an Feiertagen
- Doppelte Profile, etwa nach einem Umzug, die sich gegenseitig schwächen
- Keine Website oder eine veraltete, die nach dem Klick Interessenten verliert
- Unbeantwortete negative Bewertungen
Fazit
Das Google-Unternehmensprofil ist für Handwerksbetriebe das günstigste Marketing, das es gibt. Eine genaue Kategorie, vollständige Angaben, echte Fotos und aktiv gesammelte Bewertungen bringen Sie in die Kartenansicht. Damit aus dem Klick ein Anruf wird, braucht es eine Website, die auf dem Handy überzeugt. Wie die übrigen Bausteine zusammenspielen, erklärt unser Leitfaden Marketing für Handwerker.
Häufige Fragen
Was kostet das Google-Unternehmensprofil?
Nichts. Das Profil ist kostenlos. Sie brauchen nur ein Google-Konto und müssen Ihren Betrieb bestätigen, meist per Postkarte, Telefon oder Video.
Wie bekomme ich mehr Google-Bewertungen?
Indem Sie zufriedene Kunden direkt nach der Abnahme fragen und ihnen einen kurzen Link schicken, zum Beispiel per WhatsApp. Belohnungen für Bewertungen sind nach den Google-Richtlinien nicht erlaubt.
Brauche ich trotz Google-Profil eine Website?
Ja. Viele Kunden klicken im Profil auf „Website“, bevor sie anrufen. Eine schnelle, aktuelle Website mit Ihren Leistungen und Referenzen stärkt außerdem die Platzierung, weil Google Profil und Website zusammen bewertet.
Darf ich meinen Ort in den Firmennamen schreiben?
Nein, wenn er nicht wirklich Teil Ihres Firmennamens ist. Zusätzliche Suchbegriffe im Namen verstoßen gegen die Google-Richtlinien und können zur Sperrung des Profils führen.
Quellen
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Tipps zur Verbesserung des lokalen Rankings bei Google
- Google Unternehmensprofil-Hilfe: Richtlinien zur Darstellung Ihres Unternehmens
Abgerufen im Oktober 2026.
